Preisverzerrungen bei Mozzarella – Importabwehr im Fokus

Preisverzerrungen bei Mozzarella durch Importabwehr– Marktmechanismen im Fokus

Die Preisgestaltung im Schweizer Milchmarkt ist alles andere als transparent – besonders beim Mozzarella zeigt sich, wie Marktmechanismen wie Importabwehr Preisverzerrungen verursachen können. Ein aktueller Beitrag des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID) beleuchtet das Thema:

«Auf den Milchabrechnungen der Produzentenorganisationen werden diverse Abzüge und Zuschläge vorgenommen – die «Marktabzüge» dienen unter anderem der Importabwehr, um beispielsweise Schweizer Mozzarella wettbewerbsfähig zu halten.», heisst es im Artikel von Renate Hodel.

Faire Märkte Schweiz kritisiert diese Praxis: «Laut Faire Märkte Schweiz trägt diese Massnahme jedoch dazu bei, dass Milchproduzentinnen und -produzenten letztlich weniger für ihre Milch erhalten und gleichzeitig den Detailhandel indirekt dabei unterstützt, Importprodukte mit höheren Margen zu bevorzugen.»

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Importkäse als Gewinner

«Die Analyse von Faire Märkte Schweiz zeigt, dass importierter Mozzarella, beispielsweise von Galbani, im Schweizer Detailhandel deutlich teurer verkauft wird als das Schweizer Produkt. Während ein 150-Gramm-Pack Schweizer Mozzarella bei Coop für 1.70 Franken erhältlich ist, kostet das italienische Pendant 2.25 Franken. In der Analyse von Faire Märkte Schweiz gehen Experten davon aus, dass die Margen auf importiertem Mozzarella mindestens doppelt so hoch sind wie beim inländischen Produkt. Der Verein Faire Märkte Schweiz weist darauf hin, dass dies den Detailhandel in eine komfortable Position bringt: Während Schweizer Mozzarella über Abzüge subventioniert wird, bleibt der Importkäse hochpreisig, wodurch sich attraktive Gewinnspannen ergeben.»

Was sagt der Detailhandel dazu?

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) fragt sich: «Warum also sollte der Detailhandel den günstigen Schweizer Mozzarella bevorzugen, wenn mit dem Importprodukt höhere Gewinne erzielt werden können?» und könnte «eine moderate Preiserhöhung des Schweizer Mozzarellas – um die Abzüge zu reduzieren – eine Lösung sein.»?

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