Faire Märkte brauchen funktionierenden Wettbewerb und gerechte Verteilung der Wertschöpfung 

FMS Studie Demoscope

Damit die Märkte gut funktionieren, müssen die Marktordnungen entlang der Wertschöpfungsketten entsprechend marktwirtschaftlich organisiert sein, was aus (agrar)ökonomischer Sicht absolut zentral ist. Missstände behindern heute branchenweit den leistungsfähigen Wettbewerb und verunmöglichen eine faire Preispolitik.

Ungleichgewichte entlang der Wertschöpfungsketten nehmen zu, und damit das missbräuchliche Verhalten marktmächtiger Unternehmen und unfaire Handelspraktiken. Dies belastet die Agrar- und Foodmärkte mit den beiden Marktriesen Migros und Coop ganz besonders. Der von den liberalen Kreisen hochgepriesene Preismechanismus, worin die Akteure sogenannte Price taker sind, gilt in diesen Märkten nicht mehr. Die Landwirtschaft bekommt den Preis diktiert. 

Dieses Marktversagen muss der Regulator mit wettbewerbsfreundlichen Rahmenbedingungen sowie mehr Transparenz und Kostenwahrheit in den Griff bekommen. Wer behauptet, faire Preise an Produzenten – im Klartext: existenzsicherndes und nachhaltiges Wirtschaften – sei nicht marktgerecht, verkennt, dass eine zukunftsweisende Marktwirtschaft auf funktionierenden Wettbewerb angewiesen ist. Gleichzeitig muss die Wertschöpfung gerecht verteilt werden und der im Laden gerierte Mehrpreis für Mehrwertprodukte soll bei den landwirtschaftlichen Produzenten ankommen und ihre Mehrleistungen decken, was heute selten der Fall ist.

FMS hat sich zum Ziel gesetzt, dass fairere und gerechtere Märkte geschaffen werden sollen, in denen ein förderlicher Wettbewerb im Interesse aller – nicht nur einzelner – Akteure, insbesondere auch der schwächeren Vertragspartei, sichergestellt wird, d.h. das gute Funktionieren der Märkte wichtiger Inhalt darstellt. Der Verein setzt darum einen Schwerpunkt, Fälle aufzeigen, wo diese Missstände eine faire Preispolitik verletzen und letztlich der Wandel hin zu nachhaltigen und gerechten Ernährungssystemen ausbremsen. 

Folgen:

Weitere Beiträge

Migros-Skonto kostet Früchte- und Gemüseproduzenten 12 Millionen Franken pro Jahr: Anzeige eingereicht 

Schweizer Früchte- und Gemüseproduzenten verlieren nach Berechnungen von Faire Märkte Schweiz (FMS) jährlich rund CHF 12 Millionen durch das sogenannte Migros-Skonto-Regime. Dabei zieht Migros den Lieferanten pauschal 3 Prozent auf den Warenwert ab. FMS hat deshalb bei der Wettbewerbskommission (WEKO) Anzeige wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung eingereicht. 

a woman walking through a market filled with lots of food

Preisüberwacher bestätigt strukturelle Probleme im Lebensmittelhandel – dringender Handlungsbedarf besteht

Der Verein Faire Märkte Schweiz (FMS) ist zeigt sich erstaunt, dass der Preisüberwacher diese Woche bekannt gab, seine Marktbeobachtung zum Schweizer Lebensmitteldetailhandel abzuschliessen. Denn der Bericht bestätigt gerade jene strukturellen Probleme, vor denen FMS seit mehreren Jahren warnt: Eine hohe Marktkonzentration, die anhaltende Dominanz von Coop und Migros, sowie die Möglichkeit von missbräuchlichem Verhalten aufgrund deren marktbeherrschenden Stellung.

Goliath gegen FMS, Start lokal+fair und Fokus Romandie: FMS-Monatsbericht April

Unter dem Titel “Goliath gegen FMS” berichten wir im Fokus über den Einschüchterungsversuch des global führenden Agrarunternehmens Syngenta. Der Basler Agrochemie-Konzern, der vor zehn Jahren von der chinesische ChemChina gekauft wurde, droht FMS mit juristischen Schritten. Sachlich begründete Transparenzarbeit ist nicht erwünscht! Unter den Kurzmeldungen berichten wir über viel Erfreuliches, wie z.B. über die neue Video-Kampagne in der Westschweiz, den Kampagnenstart von lokal+fair 2026 und die Partnerschaft mit dem erfolgreichen Unternehmen La Petite Epicerie. 

Goliath gegen FMS: Syngenta droht Transparenzorganisation mit Klage – weil sie als «marktmächtig» bezeichnet wird

Der Grosskonzern Syngenta fordert von der NGO Faire Märkte Schweiz (FMS), seinen Firmennamen aus wissenschaftlich belegten Marktanalysen zu entfernen. Das Kernproblem: Syngenta will nicht als «marktmächtige Unternehmung» bezeichnet werden – obwohl das Unternehmen auf seiner eigenen Website stolz verkündet, ein «global führendes Agrarunternehmen» zu sein. FMS wertet dies als Versuch, sachlich begründete Transparenzarbeit durch juristische Drohungen zu unterbinden.