FMS-Systemanalyse: Wettbewerbsverzerrungen verhindern höhere Einkommen für die Landwirtschaft – am Beispiel der Brotgetreidemarktordnung

In der Schweiz erhalten Landwirte einen unverhältnismässig kleinen Anteil des Brotpreises für ihre Getreideproduktion. Den Produzentinnen und Produzenten entgehen daher finanzielle Mittel. Nutzniesser sind vor allem wenige Grossbetriebe in Verarbeitung und Handel. Das zeigt eine erstmals durchgeführte Untersuchung. Faire Märkte Schweiz FMS stellt nun Systemkorrekturen vor, wie Mittel, die heute aus der Landwirtschaft abfliessen, den Produzentinnen und Produzenten zugutekommen könnten.

Herr und Frau Schweizer kaufen fast täglich Brot ein. Beim Detailhändler, in der Bäckerei, oder auf die Hand als Sandwich zwischendurch. Rund 51 Kilo Brotprodukte konsumiert ein Schweizer Privathaushalt jährlich. Was vielen wohl nicht bewusst ist: Dass von ihrem Geld fürs Gipfeli oder das Ruchbrot fast nichts an den Landwirt geht. Gerade einmal 7 Prozent des Verkaufspreises bekommen die Bauern. Den Bauern entgehen finanzielle Mittel, die weitgehend an wenige Grossbetriebe in Verarbeitung und Handel fliessen, welche vom System profitieren. Dies zeigt die neu publizierte Systemanalyse von Faire Märkte Schweiz. 

Zur Systemanalyse: PDF-Ansicht / Download hier.


Folgen:

Weitere Beiträge

Monatsbericht April

Was bedeutet Fairness in der Landwirtschaft? Faire Märkte Schweiz hat diese Frage in seinen strategischen Zielen verankert: «Wir engagieren uns für faire Märkte, in denen

FMS-Selfcheck: Bäuerinnen und Bauern zeigen auf, wo ihnen der Schuh drückt

Viel wird aktuell diskutiert über die Schweizer Bauern und Bäuerinnen. Doch wie schätzen diese selbst ihre Situation ein? Eine neue Erhebung zeigt alarmierende Trends im Agrarsektor auf: Laut dem FMS-Selfcheck, der Fairness in der Vermarktung und Preisbildung untersucht, fühlt sich eine deutliche Mehrheit der Landwirte gegenüber ihren vielfach marktmächtigen Abnehmern benachteiligt, was wettbewerbsrechtliche Relevanz haben könnte.