Billigfleisch und Preisstrategien im Detailhandel: Wer trägt die Verantwortung?

«Präsident von Faire Märkte Schweiz übt Kritik», heisst es im Beitrag von Martin Schmidt und Ulrich Rotzinger im Blick

Die Preisgestaltung im Detailhandel, insbesondere bei Fleischprodukten, sorgt zunehmend für Diskussionen. Im Beitrag vom Blick bringt Präsident Stefan Flückiger die Problematik auf den Punkt: ‚«Nicht die Kundschaft ist schuld am Griff zum Billigfleisch, sondern der Handel», sagt er. Sein Vorwurf: Der Detailhandel würde den Konsumenten den Griff zum Billigfleisch viel zu schmackhaft machen. «Die Anbieter fahren bei Label-Produkten eine Hochpreisstrategie und setzen beim Discount-Standard auf Tiefpreise. Bei einer derart grossen Preis-Differenz ist es nur logisch, dass die preissensible Kundschaft zu den deutlich günstigeren Produkten wechselt.»‚

👉  Den ganzen Blick-Beitrag zum Nachlesen gibt es HIER 👈

‚Flückiger hält diese Preisstrategie für gefährlich. «Die Detailhändler übertreiben bei den Preisunterschieden völlig. Bei den Label-Produkten mit höheren Tierwohlstandards wird einfach verlangt, was die Kunden zu zahlen bereit sind. Die Preise basieren nicht auf den effektiven Produktionskosten.»

Er nennt das Beispiel Rindsplätzli: Hier kostet das Kilogramm Discount-Standard gemäss Auswertung von Faire Märkte Schweiz in der Produktion 10.70 Franken und wird im Supermarkt für 33.95 Franken angeboten. Beim Bio-Standard liegt der Produzentenpreis nur 2 Franken höher. Verkauft wird das Kilogramm aber für 66.25 Franken – also den doppelten Preis. «Die beiden marktmächtigen Detailhändler wären hier in der Verantwortung», sagt Flückiger. Coop und Migros kommen bei Lebensmitteln zusammen auf einen Marktanteil von rund 70 Prozent.‘

Der Blick fragt weiter: «Geht der Preiskampf zulasten der Bauern?»

👉  Den ganzen Blick-Beitrag zum Nachlesen gibt es HIER 👈

👉 Hier geht’s zum Preismonitor von FMS: https://fairemaerkteschweiz.ch/preismonitor/

Folgen:

Weitere Beiträge

Gutes Essen muss bezahlbar sein: Preismonitor zeigt Handlungsbedarf

Der neue Preismonitor von Faire Märkte Schweiz (FMS) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zeigt: Bezahlbare Lebensmittel und eine bessere Vergütung der Landwirtschaft sind kein Widerspruch. Das zeigt das Beispiel Kartoffeln. Bei diesem Produkt erhalten die Produzentinnen und Produzenten mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden sie im Laden günstiger. Bei der Mehrheit der untersuchten Produkte zeigt die Entwicklung jedoch in die andere Richtung. Für FMS ist deshalb klar: Wer gesunde und nachhaltige Ernährung für die Bevölkerung will, muss dafür sorgen, dass sie für eine breite Mehrheit erschwinglich wird.

Recht auf Nahrung, Gemeinsam für lebendige Regionen und mehr: Monatsbericht Oktober

Die Migros will ihre zehn regionalen Genossenschaften und den Genossenschafts-Bund zu einer Gruppengenossenschaft zusammenführen. Für Faire Märkte Schweiz ist entscheidend, was die Bündelung des Einkaufs für Produzierende, Zulieferer und Konsumierende bedeutet. Mehr Beschaffungsmacht birgt Risiken: wachsende Abhängigkeiten, weniger Ausweichmöglichkeiten und höherer Preisdruck. Es braucht transparente Bedingungen, faire Preise und geteilte Risiken.

Faire Märkte Schweiz fordert: Keine Gemüse-Produzentenpreise ein Jahr im Voraus festlegen

Migros soll Produzentenpreise für Gemüse nicht ein Jahr im Voraus festlegen dürfen: Das fordert die Fairness- und Transparenzorganisation Faire Märkte Schweiz (FMS). Denn Wetter, extreme Hitze, Krankheiten und Schädlinge beeinflussen die Produktionsbedingungen und damit auch die Kosten. Laut FMS dürfen diese Risiken nicht alleine von den Produzenten getragen werden, und die zentralen Kosten müssen bei der Preisfixierung bekannt sein.

FMS unterwegs: Stakeholder-Workshop Recht auf Nahrung

Wie können alle Menschen in der Schweiz selbstbestimmt und in Würde Zugang zu gesunder und nachhaltig produzierter Nahrung erhalten? Und wie lässt sich dies mit fairen Einkommen entlang der Wertschöpfungskette verbinden? Diese Fragen standen im Zentrum des Stakeholder Workshops “Ein Recht auf Nahrung?” von FIAN Schweiz und One Planet Lab am 14. Oktober 2026 in Zürich. Faire Märkte Schweiz nahm am Austausch teil. Ziel war es, Erfahrungen zur Umsetzung des Rechts auf Nahrung und zum Aufbau von Ernährungskassen zusammenzutragen und deren Potenzial zu diskutieren.