Warum kostet unser Essen, was es kostet? Neue Kampagne macht Lebensmittelpreise verständlich

Warum kostet unser Essen, was es kostet? Neue Kampagne macht Lebensmittelpreise verständlich

Wir wollen mit unserem Kauf von Bio- und Labelprodukten Gutes tun: für unsere Gesundheit, Umwelt und Tierwohl. Dafür zahlen wir mehr, wenn wir die Finanzen dazu haben. Doch wer profitiert von unserem Geld? Das bleibt oft unklar. Genau hier setzt die neue Sensibilisierungskampagne ‚Transparenz‘ in der Romandie an. Initiiert wird sie vom Verein Faire Märkte Schweiz und der Genossenschaft Progana, mit Unterstützung der Future3 Stiftung. Ziel ist es, die Preisbildung bei Lebensmitteln verständlicher zu machen und Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern.

Wie viel vom Preis eines Lebensmittels landet tatsächlich bei den Produzentinnen und Produzenten, damit diese umweltgerecht, tiergerecht und gesund produzieren können? Beim täglichen Einkauf sehen Konsument:innen in erster Linie den Endpreis eines Produkts. Was darin enthalten ist, bleibt jedoch meist unsichtbar: Anteil für die Landwirtschaft, Verarbeitung, Logistik, Handel, Marketing und weitere Stufen der Lieferkette. Für Konsument:innen ist dadurch kaum nachvollziehbar, wie viel bei den Produzent:innen – und damit gesunder Produktion, Umwelt und Tierwohl – tatsächlich ankommt. Diese Intransparenz erschwert nicht nur bewusste Kaufentscheidungen, sondern auch eine faire Einschätzung von Nachhaltigkeit und Wert.

Was die Daten zeigen: stabile Konsumentenpreise, Druck auf Produzenten

Ein Bezugspunkt der Kampagne ist der FMS-Preismonitor 2025. Die Studie wurde von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag von Faire Märkte Schweiz durchgeführt und untersucht die Preisentwicklung bei grossen Detailhändlern wie Migros, Coop sowie den Discountern Aldi Suisse und Lidl Schweiz.

Die Ergebnisse zeigen ein wiederkehrendes Muster: Konsumentenpreise für Bio-Produkte bleiben stabil oder steigen – während die Produzentenpreise, also der Anteil der Bäuerinnen und Bauern am Verkaufspreis, teils sogar sinken. Besonders betroffen: Fleisch, Obst und Gemüse. Einzig bei der Milch gibt es einen Lichtblick.

Das bedeutet: Die Bereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten, für Bio mehr zu bezahlen, fliesst demnach nicht dorthin, wo die nachhaltige Wertschöpfung entsteht. Diese Schieflage ist nicht nur ungerecht gegenüber jenen, die nachhaltig wirtschaften. Sie setzt auch die falschen Anreize für das gesamte Ernährungssystem.

Transparenz stärkt faire Entscheidungen 

FMS und Progana sind überzeugt: Transparenz, faire Entschädigung und die Förderung nachhaltiger Produktionsformen lassen sich nicht voneinander trennen. 

Wenn Produzent:innen höhere Anforderungen erfüllen – etwa durch artgerechte Tierhaltung, ökologische Anbaumethoden oder Zertifizierungen –, entstehen zusätzliche Kosten. Wenn diese Mehrleistungen im Preis jedoch nicht ausreichend abgebildet werden, entsteht ein strukturelles Ungleichgewicht: Nachhaltige Produktion wird wirtschaftlich erschwert und der Wandel zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem verlangsamt sich. 

Die Kampagne setzt deshalb auf einen einfachen Grundgedanken: Wer versteht, wie Preise entstehen, kann bewusster entscheiden.

Daraus ergeben sich drei zentrale Botschaften:

  • Lebensmittelpreise sollen nachvollziehbar sein
  • Faire Preise sind eine Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft 
  • Transparenz hilft, Vertrauen in das Ernährungssystem zu stärken

Warum ist es für Gesundheit, Umwelt und & Tierwohl entscheidend, dass der Preis, den wir im Laden für Bio und Label bezahlen, auch bei den Produzierenden ankommt?

Produzentinnen und Produzenten erklären das in unserer neuen Videoserie – unbedingt anschauen!

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