Milchmarkt, 2 Motionen und SRF-Bericht: Monatsbericht März 2026
“Die SMP nehmen dieses Schreiben [des FMS für einen resilienten und fairen Milchmarkt] offenbar ernst”, berichtet die Bauernzeitung diesen Monat: Dies darf durchaus als Kompliment angesehen werden. Auf die Analyse zur sehr angespannten Situation im Milchmarkt und das FMS-Konzept, wie mehr Fairness bei der Preisbildung erreicht werden kann, gehen wir im Fokus ein. Ausserdem informieren wir über die unguten Entwicklungen im Gastro-Grosshandelsmarkt und was der FMS dagegen tut: unsere Weko-Intervention zur Coop-Tochter Transgourmet. Wir stellen zudem die zwei Highlights aus der Frühlingssession vor, in der mit breit abgestützten Motionen zwei unserer Anliegen politisch angestossen wurden. Weiter unten können Sie sich im europäischen Kontext mit einem Appell für fairere Rahmenbedingungen einsetzen!
Im Fokus
Krise im Milchmarkt: SMP nimmt Konzeptvorschläge des FMS ernst
Die Situation auf dem Milchmarkt ist kritisch. Ausserordentlich viele Produzenten haben sich in den letzten Monaten auf der FMS-Meldestelle gemeldet, viele mussten im Februar ihre Milch für nur 40 Rappen abliefern. Eine wesentliche Entspannung ist nicht in Sicht. Symptomatisch für die wachsenden strukturellen Ungleichgewichte ist, dass die Konsequenzen immer mehr das schwächste Glied der Kette zu tragen hat – die Produzentinnen und Produzenten. Auf die Entwicklungen im Milchmarkt angefragt, hat am 28. Januar 2026 der Schweizer Bauer einen Artikel betitelt: “Faire Märkte Schweiz schaut sehr kritisch auf den Milchmarkt”. Wir haben im Januar-Newsletter darüber berichtet. Nach der gründlichen Analyse zur Milchmarktordnung hat FMS ein Konzept mit konkreten Massnahmen definiert und am 12. März dem Verband Schweizer Milchproduzenten (SMP) geschickt (Berichte hier und hier). Die Bauernzeitung hat beim SMP nachgefragt und daraufhin: “Die SMP nehmen dieses Schreiben offenbar ernst” (Bauernzeitung, 20.3., s.hier, E-Paper vom 28.3. s.hier). Es ist wichtig, dass Lösungsvorschläge von Kompetenzorganisationen wie dem FMS auf ernsthaftes Interesse stossen.
Kurzmeldungen
FMS interveniert bei der Weko: Verdachtsmomente eines Missbrauchs bei der Coop-Tochter Transgourmet
FMS hat seit dem Frühjahr 2025 die Entwicklungen im Schweizer Gastro-Grosshandelsmarkt genau beobachtet, insbesondere auf Grund der von der Wettbewerbskommission (WEKO) freigegebenen Übernahme der Saviva AG durch die Coop-Tochter Transgourmet Schweiz AG. Bereits am 26. Februar 2025 hat FMS öffentlich auf die zunehmende Marktkonzentration im Gastro-Grosshandel hingewiesen. Gastwirte meldeten sich aktiv beim FMS. Um gezielt eine Anlaufstelle, Hilfe und ein Erfassen der Probleme zu bieten, entwickelte der FMS die neue Notruf-Nummer für Gastrobetriebe.
Nach erneuten Meldungen auf der Notruf-Nummer verdichten sich die Hinweise auf einen Missbrauch der machtmächtigen Stellung. FMS fordert bei der Wettbewerbskommission eine Überprüfung ein. Darüber berichtet haben u.a. Foodaktuell und Fachmedien.
FMS hat zwei Themen politisch aufgenommen: Motionen wurden eingereicht
Wir haben im Februar 2026 über die Eckpfeiler des Bundesrates zur Agrarpolitik 2030+ (AP30+) berichtet. Darin fehlen konkrete Massnahmen zur Förderung der Direktvermarktung und kurzer Vertriebswege. Für FMS ist diese Lücke zentral mit dem Verweis auf das Projekt “lokal+fair”. In der Frühlingssession konnte dies politisch angegangen werden. Ständerätin Maya Graf (Grüne, BL) reichte eine breit abgestützte Motion ein. Damit wird der Bundesrat beauftragt, konkrete Massnahmen zur Stärkung alternativer Vermarktungssysteme auszuarbeiten. Das ist ein wichtiger Erfolg, dass sich die Agrarpolitik in Richtung nachhaltiger Ernährungssysteme weiterentwickelt.
Mit einem weiteren Anliegen sieht FMS die Versorgungssicherheit durch die zunehmende Konzentration von Verarbeitungsstrukturen gefährdet. FMS unterstützt deshalb die Motion von Nationalrat Hans Jörg Rüegsegger (SVP, Bern), indem die Verankerung von regionalen Strukturen zur Stärkung der Versorgungssicherheit Teil der Sicherheitspolitischen Strategie 2026 werden soll.
International: Petition für mehr Fairness in Lebensmittellieferketten unterschreiben
Auch in den umliegenden Ländern nimmt der Druck auf die Produzentinnen und Produzenten zu. Aufgrund der Abhängigkeit von nur wenigen Abnehmern fehlt ihnen die Marktmacht, um kostendeckende Preise durchzusetzen. Dass Handlungsbedarf besteht, hat auch die EU-Kommission in ihrem Evaluationsbericht zur Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) anerkannt. In Deutschland haben nun verschiedene Organisationen einen Appell hierfür gestartet. Nutzt die Gelegenheit und sendet auch ein Signal aus der Schweiz!
Lokal+fair: Swisslos-Reportage im SRF und Start der Kampagne 2026
Am Samstag, 21. März 2026 hat das Fernsehen SRF (Bericht hier, oder youtube hier) über das Projekt “lokal+fair” berichtet. Mit dem Beitrag wird ein Einblick in die lokale Produktion und Vermarktung von Severin Zollinger, Stäfa geboten. In diesem Zusammenhang dürfen wir auf den Kampagnenstart von “lokal+fair” vom 7. April hinweisen. Mit etwas Vorfreude dürfen wir bereits heute berichten, dass ‚lokal+fair‘ weiter wächst – sowohl durch neue Betriebe als auch durch weitere Gemeinden.
lokal+fair: Genossenschaft Dorignol beteiligt sich an “lokal+fair”-Bewegung
In Longirod vereint die Genossenschaft dorignoL Produzenten aus der Region, denen es am Herzen liegt, der Bevölkerung lokale Produkte ohne Zwischenhändler anzubieten. Das Sortiment umfasst Fleisch, Käse, frisches Gemüse, Backwaren und verarbeitete Produkte sowie Weine und Fruchtsäfte. Genau diese Art der Vermarktung mit kurzen Lieferketten möchte «lokal+fair» unterstützen und bekannt machen, damit der Mehrwert stärker in den Betrieben und Gemeinden verbleibt. Also, wenn möglich, direkt und fair, vom Erzeuger zum Verbraucher.

Die Produzentinnen und Produzenten der Genossenschaft Dorignol
Hier ist die Liste der Produzenten:
- Aurélie BARBERIS (info.adpdl@gmail.com)
- Noémie BAUMBERGER (info.adpdl@gmail.com)
- Guillaume BOSSARD (bossardcharpente@gmail.com)
- Victor BOVY (victor@fermepremartin.ch)
- Susanne et Henri DEBONNEVILLE (susannedbv@hotmail.ch, henridebonneville@gmail.com)
- Patrick DELEURY (pdeleury375@gmail.com / patrick.deleury@vd.ch)
- Karim DONNET (karim.donnet@bluewin.ch)
- Virginie DUBOIS (duvivi@gmail.com)
- Christian DUCLOS (chriduc@hotmail.com)
- Damien DUTRUY (maisondutruy@bluewin.ch)
- Kevin GAY (laiterie.gimel@gmail.com)
- Serge et Carine KURSNER (serge.kursner@bluewin.ch)
- LA FERME DE PRAZ-ROMOND / Sylvain CHEVALLEY (s.chevalley@prazromond.ch)
- Valérie LUDECKE (c.surya@bluewin.ch)
- Alexandre MESTRAL (a.mestral@bluewin.ch)
- Alix PECCOUD (ferme.pecoud@gmail.com)
- Mireille et Jean-Claude PITTET (jcm.pittet@bluewin.ch)
- Jean-Marie ROCH (jmroch@lesquatrevents.ch)
- Cosette et Patrice ROLAZ-BALLY (chamvalon@bluewin.ch)
- Nicolas RUBIN (nini84.nr@gmail.com)
- Caroline STEINER
- Cyril VON NIEDERHAUSERN (von.cyril@hotmail.com)
- Damien VURLOD (damien.vurlod@gmail.com)



