AP30+: Wichtige Schritte für faire Märkte und nachhaltige Ernährungssysteme. Doch es braucht mehr.

AP30+: Wichtige Schritte für faire Märkte und nachhaltige Ernährungssysteme. Doch es braucht mehr.

1 – Der Bundesrat hat die Eckwerte für die Agrarpolitik ab 2030 (AP30+) vorgelegt. Aus Sicht des FMS gehen mehrere Massnahmen in die richtige Richtung. Entscheidend ist, dass daraus fairere Marktbedingungen und eine nachhaltigere Wertschöpfung entstehen.


2 – Mehr Transparenz für eine faire Preisbildung

FMS begrüsst, dass die Marktbeobachtung breiter und vertiefter werden soll. Neu sollen auch Preisdaten zu Produktionsmitteln sowie auf den Stufen Verarbeitung und Handel besser erfasst werden. Bei den Richtpreisen ist ebenfalls mehr Transparenz vorgesehen: Branchen- und Produzentenorganisationen sollen diese und ihre Herleitung an eine neutrale Stelle melden.

Das ist wichtig, reicht aber nicht aus. Faire Preisbildung braucht wirksame wettbewerbsrechtliche Instrumente gegen Marktmachtmissbrauch. Hier sieht FMS bei Wettbewerbsbehörden und Politik zu wenig Fortschritte.


3 – Mehr Verantwortung des Handels für Nachhaltigkeit

FMS begrüsst die geplanten Zielvereinbarungen mit dem Detailhandel. Damit soll der Handel stärker Verantwortung für nachhaltige Ernährungssysteme übernehmen. Bleiben freiwillige Massnahmen ungenügend, soll der Bund weitergehende Massnahmen ergreifen können.

Für FMS ist klar: Die Zielvereinbarungen müssen anspruchsvoll ausgestaltet und ihre Ergebnisse konsequent eingefordert werden. Freiwilligkeit darf notwendige Veränderungen nicht verhindern.


    4 – Kurze und regionale Wertschöpfungsketten stärken

    Mit «lokal+fair» setzt sich FMS bereits für kurze Lieferketten und regionale Wertschöpfung ein. Auch die AP30+ will die regionale Vermarktung stärker fördern. Neu sollen etwa Projekte von Städten und Gemeinden für eine ausgewogene Ernährung auf Basis regionaler Produkte unterstützt werden können.

    Das ist ein erstes wichtiges Signal. Kurze Wertschöpfungsketten werden aber noch zu wenig gefördert. Die vorgesehenen Massnahmen sollten im politischen Prozess deutlich ausgebaut werden.


    5 – Pflanzliche Produktion wettbewerbsfähiger machen


    Viele pflanzliche Kulturen für die direkte menschliche Ernährung können preislich kaum mit Importprodukten konkurrieren. Die AP30+ sieht vor, die Einzelkulturbeiträge zu erhöhen und auf zusätzliche Kulturen auszuweiten.

    FMS begrüsst diesen Schritt. Er kann Produzentinnen und Produzenten fairer entschädigen und die einheimische pflanzliche Produktion stärken.



    Das Fazit von FMS: Die AP30+ setzt wichtige Signale für mehr Transparenz, regionale Wertschöpfung und nachhaltigere Ernährungssysteme. Jetzt braucht es Konsequenz in der Umsetzung und griffige Massnahmen gegen Marktmachtmissbrauch für eine faire Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

    Hintergründe auch in unserem Beitrag hier: https://fairemaerkteschweiz.ch/ap30-bringt-fortschritte-fuer-faire-preise-und-nachhaltige-ernaehrungssysteme-massnahmen-gegen-marktmachtmissbrauch-fehlen/

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