Transparenz in den Agrar- und Lebensmittelmärkten: Positionspapier von Faire Märkte Schweiz

Transparenz in den Agrar- und Lebensmittelmärkten: Positionspapier von Faire Märkte Schweiz

Transparenz in der Lebensmittel-Lieferkette ist längst mehr als ein Schlagwort – sie ist eine Voraussetzung für faire Preise, nachhaltige Produktion und das Vertrauen der Gesellschaft in die Versorgungssysteme. Mit dem aktuellen Positionspapier richtet sich Faire Märkte Schweiz (FMS) an Politik, Branche und Öffentlichkeit. Ziel ist nicht maximale Offenlegung, sondern die gezielte Beseitigung bestehender Transparenzdefizite, insbesondere bei der Preisbildung und Wertschöpfungsverteilung.

Die Ausgangslage: Erwartungen und Missstände

Transparenz in der Lieferkette der Lebensmittelproduktion und -verteilung ist ein zentrales Thema, das von rechtlichen Vorgaben, branchenspezifischen Standards und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt wird.

Die höheren Transparenzansprüche haben einerseits mit höheren Erwartungen der Konsumierenden zu tun. Viele sind nicht mehr bereit, eine Preispolitik zu akzeptieren, die nicht mehr kostenbasiert kalkuliert, sondern zur Gewinnoptimierung nach der Zahlungsbereitschaft der Kunden ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite sind die Erwartungen aber auch marktbedingt: Die marktführenden Unternehmen haben diesem Thema lange zu wenig Priorität geschenkt und den Konsumierenden und Produzierenden keinen Einblick in die “blackbox” der Preisbildung geben wollen. Die längst fällige Diskussion ist nun aber in den Medien aufgegriffen worden (Link NZZ Gastbeitrag von FMS).

Weil fehlender Wettbewerb in den Agrarmärkten eine faire Preisbindung verhindert, hat Faire Märkte Schweiz klare Forderungen und erwartet von den Unternehmungen verantwortungsbewusstes Handeln und die Bereitschaft für mehr Transparenz. Nur dadurch kann das Vertrauen von Produzenten- und Konsumentenseite sowie der Steuerzahlenden in eine nachhaltige und vertrauenswürdige Lebensmittelversorgung gestärkt werden. Bei Marktversagen hat der Regulator (Staat) die Pflicht, einzugreifen. Deshalb werden in der Folge neben den ökonomischen und wettbewerbsrechtlichen auch die (agrar)politischen Aspekte vertieft.

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