Zollabgabegesetz: Nationalrat verhindert wettbewerbsschädliche Regelung

Zollabgabgegesetz: Nationalrat verhindert wettbewerbsschädliche Regelung

Faire Märkte Schweiz (FMS) begrüsst das heutige Ergebnis aus dem Nationalrat. Die Wiedereinführung wettbewerbsschädlicher Regelungen über das Zollabgabegesetz ist vom Tisch: Der Nationalrat heisst in seinem heutigen Entscheid zwei Änderungsanträge von Nationalrätin Martina Munz und Nationalrätin Kathrin Bertschy mit 96 zu 85 gut (9 Enthaltungen). Für FMS hatte dieses Geschäft eine hohe Priorität. Die Organisation hatte sich deshalb im Vorfeld stark dafür engagiert.

Beinahe wäre über die Hintertüre eine wettbewerbsschädliche Regelung ins Zollabgabegesetz (ZoG) geschmuggelt worden, welche der Nationalrat im Dezember bereits ablehnte. Das Vorgehen kann nur als eine «Zwängerei» der «System-Profiteure» bezeichnet werden, denen jedes Mittel recht ist, um am wettbewerbsverzerrenden Subventionstopf zu bleiben. Mit der Annahme der Änderungsanträge konnte verhindert werden, dass eine Regelung gutgeheissen wird, die KMU-Mühlen, Bauern und Konsumentinnen diskriminiert hätte. Nun bekräftigt der Nationalrat seinen Entscheid vom Dezember mit 96 zu 85 Stimmen bei 9 Enthaltungen. Der neue Absatz Art. 9 Abs. 2bis im Zollabgabegesetz ist nun vom Tisch, der eine versteckte Quersubventionierung für gewisse Grossmüllereien zugelassen hätte.

Faire Märkte Schweiz hatte sich im Vorfeld zur Debatte von heute stark gemacht für diesen Entscheid und die Nationalrätinnen und Nationalräte in einem entsprechenden Schreiben darüber orientiert, welche Folgen ein Nichteintreten auf die Änderungsänträge gehabt hätte. Die Empfehlung des FMS: Die Änderungsanträge zum Zollabgabegesetz von NR Munz und NR Bertschy sind gutzuheissen und Art. 9 Abs. 2bis zu streichen. Dieser Empfehlung folgte der Rat.

«Mit diesem Entscheid bekräftigt der Nationalrat seinen Willen, wettbewerbsschädliche Regelungen nicht länger zu akzeptieren», zeigt sich FMS-Präsident Stefan Flückiger erfreut. «Hier ist ein Paradigmenwechsel spürbar: die Politik ist nicht länger bereit, unter der Hand unfaire Praktiken zu akzeptieren, wovon letztlich immer Einzelne auf Kosten von allen profitieren.»

Folgen:

Weitere Beiträge

Gutes Essen muss bezahlbar sein: Preismonitor zeigt Handlungsbedarf

Der neue Preismonitor von Faire Märkte Schweiz (FMS) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zeigt: Bezahlbare Lebensmittel und eine bessere Vergütung der Landwirtschaft sind kein Widerspruch. Das zeigt das Beispiel Kartoffeln. Bei diesem Produkt erhalten die Produzentinnen und Produzenten mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden sie im Laden günstiger. Bei der Mehrheit der untersuchten Produkte zeigt die Entwicklung jedoch in die andere Richtung. Für FMS ist deshalb klar: Wer gesunde und nachhaltige Ernährung für die Bevölkerung will, muss dafür sorgen, dass sie für eine breite Mehrheit erschwinglich wird.

Recht auf Nahrung, Gemeinsam für lebendige Regionen und mehr: Monatsbericht Oktober

Die Migros will ihre zehn regionalen Genossenschaften und den Genossenschafts-Bund zu einer Gruppengenossenschaft zusammenführen. Für Faire Märkte Schweiz ist entscheidend, was die Bündelung des Einkaufs für Produzierende, Zulieferer und Konsumierende bedeutet. Mehr Beschaffungsmacht birgt Risiken: wachsende Abhängigkeiten, weniger Ausweichmöglichkeiten und höherer Preisdruck. Es braucht transparente Bedingungen, faire Preise und geteilte Risiken.

Faire Märkte Schweiz fordert: Keine Gemüse-Produzentenpreise ein Jahr im Voraus festlegen

Migros soll Produzentenpreise für Gemüse nicht ein Jahr im Voraus festlegen dürfen: Das fordert die Fairness- und Transparenzorganisation Faire Märkte Schweiz (FMS). Denn Wetter, extreme Hitze, Krankheiten und Schädlinge beeinflussen die Produktionsbedingungen und damit auch die Kosten. Laut FMS dürfen diese Risiken nicht alleine von den Produzenten getragen werden, und die zentralen Kosten müssen bei der Preisfixierung bekannt sein.

FMS unterwegs: Stakeholder-Workshop Recht auf Nahrung

Wie können alle Menschen in der Schweiz selbstbestimmt und in Würde Zugang zu gesunder und nachhaltig produzierter Nahrung erhalten? Und wie lässt sich dies mit fairen Einkommen entlang der Wertschöpfungskette verbinden? Diese Fragen standen im Zentrum des Stakeholder Workshops “Ein Recht auf Nahrung?” von FIAN Schweiz und One Planet Lab am 14. Oktober 2026 in Zürich. Faire Märkte Schweiz nahm am Austausch teil. Ziel war es, Erfahrungen zur Umsetzung des Rechts auf Nahrung und zum Aufbau von Ernährungskassen zusammenzutragen und deren Potenzial zu diskutieren.