
Bio-Milch wird plötzlich billiger: Wieso gerade jetzt?
Bio-Milch wird plötzlich billiger: Wieso gerade jetzt? Am Wochenende berichtete die NZZ am Sonntag «Die Biomilch wird plötzlich billiger». Der Verein Faire Märkte Schweiz ist
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Bio-Milch wird plötzlich billiger: Wieso gerade jetzt? Am Wochenende berichtete die NZZ am Sonntag «Die Biomilch wird plötzlich billiger». Der Verein Faire Märkte Schweiz ist

Viele Bauern geben auf, die Knochenarbeit lohnt sich oft nicht mehr: Im Berggebiet etwa beträgt ihr Stundenlohn gerade einmal knapp 13 Franken, wie eine aktuelle Studie des Bundesrates aufzeigt. Eine Lösung: Direktvermarktung und alternative Absatzkanäle. Ein neues Projekt will hier ansetzen, denn trotz steigendem Bewusstsein für lokale Produktion ist Direktvermarktung noch lange kein Selbstläufer, der Absatz harzt.

Der Verein Faire Märkte Schweiz (FMS) hat Anzeige bei der WEKO eingereicht. Der Grund für die Anzeige: Der Missbrauch von Marktmacht in der Wertschöpfungskette von Backmehl. Ungerechtfertigte Bereicherungen von marktmächtigen Unternehmungen zu Lasten von Produzenten und Konsumentinnen sollen abgestellt werden.

Hohe Preise reduzieren die Konkurrenzfähigkeit von Bioprodukten gegenüber Standardprodukten beträchtlich. Dies bestätigt die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit den heute veröffentlichten Ergebnissen der Zweitauflage des Preismonitors von Faire Märkte Schweiz (FMS): Die Preisschere zwischen Bio- und konventionellen Produkten bei den beiden Grossverteilern Migros und Coop bleibt bestehen und hat sich bei einigen Produkten sogar noch vergrössert.

Die aktuellen Entwicklungen in der Milchproduktion werfen ein Schlaglicht auf eine zunehmende Diskrepanz zwischen den theoretisch festgelegten Preisen und der Realität für die Milchproduzenten. Faire Märkte Schweiz (FMS) hat eine Analyse vorgenommen, die zeigt, wie weit die Praxis von den offiziellen Richtpreisen der Branchenorganisation Milch (BOM) abweicht.

Angebot bündeln und mehr Verhandlungsmacht aufbauen: Diesen Weg muss die Landwirtschaft gegen das Preisdiktat der Grossverteiler Migros und Coop einschlagen. Faire Märkte Schweiz begrüsst die von Nationalrat Hans Jörg Rüegsegger (SVP, Bern) eingereichte Motion, die für die Bäuerinnen und Bauern fairere Preise und eine gerechtere Wertschöpfungsverteilung bringen wird. Auch die von Nationalrätin Martina Munz (SP Schaffhausen) eingereichte Motion wird diesbezüglich bessere Rahmenbedingungen schaffen, indem die Markt- und Margentransparenz verbessert werden soll.

Faire Märkte Schweiz (FMS) begrüsst das heutige Ergebnis aus dem Nationalrat. Die Wiedereinführung wettbewerbsschädlicher Regelungen über das Zollabgabegesetz ist vom Tisch: Der Nationalrat heisst in seinem heutigen Entscheid zwei Änderungsanträge von Nationalrätin Martina Munz und Nationalrätin Kathrin Bertschy mit 96 zu 85 gut (9 Enthaltungen). Für FMS hatte dieses Geschäft eine hohe Priorität. Die Organisation hatte sich deshalb im Vorfeld stark dafür engagiert.

Neue Untersuchung zeigt: längst fällige Systemkorrekturen würden Bauern Einkommensverbesserungen in Millionenhöhe verschaffen

Solidarität für die Schweizer Landwirtschaft: Das fordert die Organisation Faire Märkte Schweiz angesichts der in die Schweiz überschwappenden Bauernproteste. Die Erlös- und Einkommenprobleme in der Landwirtschaft sind zum grössten Teil marktgemacht. Die Ungleichgewichte entlang der Wertschöpfungskette sind derart angewachsen, was den Preisdruck auf die Produzentenpreise wesentlich bestimmt. Eine neue Umfrage zeigt die Unzufriedenheit bei den Bauern und Bäuerinnen: Zwei Drittel wollen die Situation nicht länger akzeptieren.