Lokale Lebensmittelnetzwerke für mehr Versorgungssicherheit
Das bisherige Wetter 2026 liess niemanden kalt: Extreme Hitze, Trockenheit und lokale Hageleinbrüche haben der Landwirtschaft zugesetzt. Bei Kartoffeln und Mais konnten teilweise nur 20% der üblichen Ernte eingefahren werden, Kühe mussten vorzeitig geschlachtet werden und in den Alpen fand sich kaum mehr Gras zum Weiden. Diese Ereignisse haben gezeigt: Unser Ernährungssystem ist fragil und die Versorgungssicherheit nicht immer gegeben. Mit dem lokal+fair-Tag begegnet der Verein Faire Märkte Schweiz dieser Situation und stärkt regionale Vermarktungssysteme und kurze Lieferketten für ein resilientes Ernährungssystem.
Mit dem Projekt «lokal+fair» will die Transparenz- und Fairness-Organisation Faire Märkte Schweiz (FMS) direkte Absatzwege und faire Handelsbeziehungen stärken. Im Rahmen der Initiative führte FMS am 17. Oktober 2026 bereits zum dritten Mal den nationalen lokal+fair-Tag durch, an dem Produzentinnen und Gewerbetreiber mit der Bevölkerung in Austausch kommen, ihre Produkte präsentieren und Einblick in ihre Betriebe geben. Im Jahr 2026 geschieht dies nicht ohne Signalwirkung: Der Sommer mit seinen Extremwetterereignissen hat gezeigt, wie verletzlich unsere Lebensmittelversorgung und wie hoch die Abhängigkeit vom Ausland in Krisensituationen ist. Mit dem lokal+fair-Tag stellt der FMS regionale Lebensmittelnetzwerke ins Zentrum und zeigt auf, wie sie die Bevölkerung direkt und lokal versorgen können – ohne Umwege über Grossverteiler, für die Existenzsicherung der Betriebe und für die Stärkung der lokalen Infrastrukturen vor Ort.
Regionale Strukturen erhalten und vernetzen
Eine resiliente Lebensmittelversorgung setzt eine Vielzahl an Produzierenden und Zulieferern voraus. Diversifizierung, kurze Lieferketten, die Stärkung regionaler Wertschöpfung und die Förderung regionaler Vermarktungssysteme sind eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen im Bereich Versorgungssicherheit. lokal+fair hilft dabei, die Infrastrukturen vor Ort zu erhalten, ermöglicht eine faire Verteilung der Risiken und der Wertschöpfung und sichert die Basis einer lokalen Lebensmittelversorgung.
Persönliche Begegnungen am nationalen lokal+fair-Tag
Im Mittelpunkt des nationalen lokal+fair-Tages standen lokale Lebensmittel sowie die Menschen und Betriebe, die sie produzieren, verarbeiten und verkaufen. Der Hauptevent fand im Rahmen des Dorfmärits in der lokal+fair-Gemeinde Wohlen bei Bern statt. Von 9.30 bis 17 Uhr war der Platz geprägt von Begegnungen zwischen regionalen Produzentinnen und Produzenten und der interessierten Bevölkerung.Stéphanie Lichtsteiner, Geschäftsführerin von FMS, zeigte sich mit dem Tag zufrieden: «Die Menschen schätzen ihre lokalen Produzierenden, das hat man gespürt. Und was man schätzt, das unterstützt man auch – lokaler Konsum ist somit immer auch ein Akt der Solidarität.» lokal+fair fördert Nähe, Regionalität und das gesellschaftliche Miteinander in den Gemeinden. Aus Begegnungen und Vertrauen sollen dauerhafte lokale Lebensmittelnetzwerke wachsen, die regionale Wertschöpfung stärken und somit direkt zur Versorgungssicherheit beitragen.






