Bäuerliches Sorgentelefon und Meldestelle Faire Märkte Schweiz spannen zusammen

Bäuerinnen und Bauern bekommen Hilfe im Kampf gegen die Marktmächtigen

Bäuerliches Sorgentelefon und Meldestelle Faire Märkte Schweiz spannen zusammen – Bäuerinnen und Bauern bekommen Hilfe im Kampf gegen die Marktmächtigen

Existenzieller Druck, schwierige Marktlagen und zunehmende Abhängigkeiten setzen vielen landwirtschaftlichen Betrieben zu. Beim Bäuerlichen Sorgentelefon finden sie ein offenes Ohr und ein anonymes und niederschwelliges Angebot – sei es wegen familiärer Sorgen, wirtschaftlicher Belastungen oder unfairer Geschäftspraktiken. Neu erhalten Betroffene auch handfeste rechtliche Unterstützung: Das Bäuerliche Sorgentelefon und die Meldestelle von Faire Märkte Schweiz (FMS) gehen eine strategische Partnerschaft ein. 

Ratsuchende, die im Gespräch rechtliche Fragen aufwerfen oder missbräuchliche Verhaltensweisen schildern, können ab sofort direkt an die FMS-Meldestelle weitervermittelt werden.

«Wir erleben in der Beratung Situationen, in denen strukturelle oder rechtliche Fragen auftauchen – etwa zu Abnahmeverträgen, Marktzwängen oder möglichem Missbrauch von Marktmacht», sagt Nationalrat Hans Jörg Rüegsegger vom Bäuerlichen Sorgentelefon. «Für uns ist es zentral, in solchen Fällen an Fachleute weitervermitteln zu können.»

Fachberatung bei Marktmissbrauch

Die Notrufnummer von Faire Märkte Schweiz unterstützt Bauern, das Gewerbe sowie Gastronominnen und Gastronomen bei unfairen Geschäftspraktiken – beispielsweise bei Fragen zum Wettbewerbsrecht oder zur Ausgestaltung von Lieferbeziehungen. Ziel ist es, Betroffenen Wege aufzuzeigen, sich gegen unfaire Marktbedingungen zu wehren. Die Beratung der Rechtsexperten ist kostenlos und vertraulich.

Wie nötig Unterstützung ist, zeigt die Zunahme der Belastung von Bäuerinnen und Bauern: Viele kämpfen mit steigenden Kosten und höherem Preisdruck bei Produzentenpreisen: Laut dem Schweizer Bauernverband sind die Produktionskosten seit Ende 2020 um rund 14 Prozent gestiegen, etwa durch höhere Energie-, Futter- und Düngemittelpreise. Dabei nimmt auch der psychische Druck zu, laut einer Studie von Agroscope weisen 12 % der Landwirte Burnout-Symptome auf.

Die steigende Zahl der Anrufe bei der FMS-Meldestelle oder die Bauerndemonstrationen im letzten Jahr zeigen: Der Druck hat weiter zugenommen, Unterstützung ist dringend nötig. «Diese findet am bestem im Verbund statt», so Stefan Flückiger, Präsident von Faire Märkte Schweiz.

Infobox

So funktioniert die Unterstützung
Das Bäuerliche Sorgentelefon ist erreichbar unter 041 820 02 15
(Montag 8.15–12 Uhr, Dienstag 13–17 Uhr, Donnerstag 18–22 Uhr) oder per Mail an info@baeuerliches-sorgentelefon.ch.


Die Meldestelle FMS bietet Unterstützung und Rechtsberatung via 044 562 44 77, per Mail an meldestelle@fairemaerkteschweiz.ch oder per Onlineformular unter www.fairemaerkteschweiz.ch/meldestelle.

(1) vgl. auch https://www.srf.ch/news/wirtschaft/kosten-nehmen-um-50-prozent-zu-landwirtschaft-die-ertraege-steigen-die-kosten-auch

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